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Mittwoch, 22. September 2021

Schwarzer Schnee

 

schwarz  wie Schnee.. mein nachttag..  

schwarz wie Hoffnung.

 

 
 
………………………….die nacht ist schwarz der morgen sinkt grau in seine arme.  
 
mir ist kalt. auf der liege wird blümchen kreideweiß in den transporter geschoben.  
das blaulicht wirkt wie himmel auf ihrem gesicht.
ich drücke ihre  finger  
sacht,   – wir bekommen das hin.    sie lächelt , 
die türen knallen zu .  
einer der rotweißen herren reicht mir ein blatt papier. klinik sound so  
anschrift und die aufforderung was ich noch in das krankenhaus bringen sollte.  
danke. weg sind sie.  
unter meinen stiefeln knirscht der schnee.   
 
ich höre kohlengeschippe auf den verladegleisen  
schuften um 4 uhr morgens wie immer die hilfsarbeiter.  
 
mir fällt auf das der schnee schwarz ist 
 
wie immer    – hier –  
 
aber eben nur hier. 
 
© Chr.v.M. 
 
damit endet die erste und letzte erzählung von meinen tagen...

Schwarzer Schnee

 

 Ereignisse

 
 
 
mein zimmer ist ruhepol, wartezimmer für verzweifelte, auffangstation ,  
arbeitsraum zum buchstaben sortieren und worte feilen, ruhepol , meditationsraum,  
in einer ecke neben dem fenster steht ein schreibtisch und ein kasten –  
meine verbindung zur restwelt.  
 
hier grübel ich – denke über tagesereignisse nach. arbeite an übersetzungen alter schriften  
schreibe neu zum besseren verstehen , male noten auf linien das sie über das papier tanzen,  
hinter mir hängen alte musikinstrumente an der wand, sie warten auf flinke finger,  
auf besinnliche momente – auf das abhängen….  gespielt werden .  
 
abends dann so wie heute greife ich nach der waldzither und spiele sie an.  
 
es klopft.  zaghaft, dann stürmisch damit ich es nicht überhöre.  
toni steht draußen.kalle ist dabei.  
 
ich bitte sie herein. er fragt gestört ?
         
ich winke ab , sie setzen sich an den besuchertisch.  
 
er  wirkt klar. – ich wollte dir meinen freund vorstellen, er hängt seit drei jahren herum. –  
er stößt kalle an.  
der wirkt verlegen. na ja, sagt er.  
 
der quatscht nicht viel, – ich darf doch – und holt sich das glas und ein zweites,  
gießt dann orangensaft ein.  
 – merci-  
 
er sieht das ich warte und wird unsicher – los erzähl- muntert er seinen kumpel auf.  
 
der gute hat immer noch den kaugummi zwischen den zähnen. ich bin 24 .komme aus W.. seit drei
jahren  auf der strasse. er wird nervös und starrt ins gelb des glases.  
saß im knast wegen bruch . bekam keine arbeit , keine wohnung … ein kreislauf.  
ich würde mich gerne hier nützlich machen , wenn ich darf.  

zuversicht gähnt laut aus ihrem korb. erhebt sich müde und .. ich denke ich sehe nicht richtig,  
läuft tapsig zu meinem besuch, wedelt kurz mit dem stummelschwanz und legt sich kalle auf die
stiefel.  
 
– entschieden – denke ich und kalle bückt sich und krault ihn unter dem maul.  
 
– süß der kleine – toni stößt kalle an..          “ der ist von keule “ .  
 und weiter..- “ der hat blümchen zu einer engelmacherin gebracht die ist doch im 3 monat. „-  
 
 
ich glaube sie sehen wie ich die farbe wechsel.- “ das wollte ich dir noch sagen „- er erhebt sich.  
 als die türe ins schloss fällt stehe ich auf . es ist kurz nach mitternacht.  
 
 es gibt nur 2 adressen die mir bekannt sind. ich weiß wo ich suchen muß.
 
 meine tochter kommt mir
in den sinn  
 
etwa das selbe alter. © Chr.v.M.

Dienstag, 21. September 2021

Schwarzer Schnee

 


die Tage..

 
 
das licht bricht sich in tausend farben. die kälte staut sich vor dem  ausgang der schwarz und zahnlos sein maul aufreißt und die eilig hetzenden  reisenden ins dunkel entläßt.  
 
Der alltag verschlingt sie draußen. die enden der gleise werden von pflanzkübeln gestoppt.  
 
weihnachtssterne blutrot kippen zur verabschiedung .  
 
frierende menschengestalten auf begrenzten raucherinseln hustend , schnell noch  
einen glimmstengel, der einrollende zug läßt die zigaretten verglühen.  
 
drei gleise weiter umarmt sich ein liebespaar im langen kuß. ich hetze lächelnd ungesehen weiter.  
übergang verboten ! das schild prankt drohend hinter dem stinkenden müllcontainer  
dahinter laufen wechselgleise und nehmen die güterwaggons sicher auf.  
 
die nacht ist hier tiefblau und sterne spiegeln auf den schienen. 
aus dem lautsprecher eine monotone stimme geschlechtslos : achtung an den gleisen der eilzug soundso fährt ein.  
anschluß nach..über gleis..achtung ..die finsternis verschluckt das alles.  
 
ich höre gelächter – stimmen , leise noch – aber munter.  
dort zittert ein heller weißgelber punkt einer kippe und langsam gewöhnen sich meine augen ,  
erkennen umrisse und bewegung. „hallo toni , ist blümchen bei dir ? “  
 
er kommt näher. seine haare fallen lang in sein unrasiertes gesicht. über der stirm glänzt  
eine 12 cm große narbe. er tritt mit dem  fuß auf eine coladose die hell erklingt , bevor sie im graben mit einem 
stöhnen landet.  
 
 
“ blümchen ? “ fragt er “ die kleene.. nö “ er zieht die mundwinkel nach unten und spuckt.  
“ der lehrer hat schon gefragt – haste was zum saufen dabei ?“  
er kennt die antwort und zuckt mit den schultern. “ hab dir was zum schnotteln , aber nich hier, komme zum essen  
nachher „schitt kälte “ er reibt sich die hände. schitt winter .  
er hakt sich bei jemanden unter- den ich nicht kenne. “ wir kommen zu zweit. der da is kallemann “  
 
der sagt nichts , grinst nur. falten am hals , die sich bewegen wärend er den kaugummi von rechts nach links durch die backe schiebt , zwischen drinn landet das weiß klebrig auf seiner zunge. ich beobachte fasziniert.. 
 
seine gelben zähne ziehen rillen durch die klebrige masse, der verdreht die augen in grau,seine zunge drückt eine vertiefung – die backen blähen sich , luft drückt durch grauweiß , wird rund und platzt . rechts und links kleben spurenfragmente an seinen backen – die immer noch kauen, er grinst immer noch , 
 
unverschämt schelmisch . 
 
“ hey “ sagt kalle, seine aussprache ist feucht der druck seiner hände auch , und fest, mir wird dabei angst.  
 
“ bis später “ sage ich “ bis nachher „.  
der schnee fällt langsam. die stimme schmeichelt durch den lautsprecher. der zug hat 9 minuten verspätung. 
abendbrotzeit. ich muß nun zurück.
 
noch hängt der duft von gebackenen weihnachtsplätzchen
 in meinen 
haaren. © Chr.v.M.  


Schwarzer Schnee

 


nur so …für mich ……….. ZUVERSICHT

 
 
wie ein lachsbrötschen schwimmt die morgensonne im eiskalten see. Auf der bank liegen 
schneehäufchen aufgesetzt und zittern mit dem letzten blatt um die wette.  
an der rinde des dürren baumes klebt die zeitung der letzten woche.stille ist hier , ruhe – kein 
mensch zu sehen – niemand.  
Ich kicke mit der spitze meines lederstiefels den tannenzapfen weg und zeichne ein herz in den frischgefallenen schnee.  
gestern war hoher besuch da. drei herren vom rathaus und der mätre.  
wir werden zulagen bekommen und vergünstigungen. hilfe nennt man so etwas. viel geld ist nicht da. doch weniges hilft auch.  
 
ich sehe nach oben . da stürzt vom ast ein häufchen schnee und fällt mir auf die nase.  
der kleine welpe ist ein rüde. er frißt glitzersternchen und kämpft mit dem eis  
an den pfoten.  
wir backen heute nachmittag weihnachtskekse. ich freue mich schon darauf und auf den geruch der durch das haus ziehen wird.  
 
wo blümchen ist ?  
 
 
der tag ist frisch. vielleicht sollte ich am bahnhof suchen.  
ich nenne den hund * zuversicht * . nur so.. für mich.            © Chr.v.M 

Schwarzer Schnee


 

 Du darfst nicht lügen …….

 
“ ist dir eigentlich schon einmal aufgefallen wie du deine freizeit verbringst ? “ du solltest etwas kreativeres machen und nicht die ganze zeit hier vor dem apperat verbringen.“ 
sie sieht mir über die schulter : “ was schreibst du denn da.. “ 
 
Martha ist streng. ihre augenbrauen sehen aus wie zwei wegfliegende vögel. auf ihrer stirm wellen sich gewitterwolken. 
du schreibst nicht über uns oder ? “ 
 
ich darf nicht lügen. ich sage nichts. lieber nichts… 
 
 
“ also doch “ sagt sie “ du kannst es einfach nicht lassen. 
und 
“ was hast du davon ? “ meine erklärung das ich hier freunde habe und eine große liebe übersieht sie. 
sie schaltet den pc aus und ich wieder an. der messenger geht nicht ich kann mein du  nicht erreichen. 
auf meiner anderen seite ( nur gedichte ) tragen sie untereinander zur zeit einen krieg aus.  
gegen mich , oder um mich. in der mailbox find ich ein böses schreiben. es betrifft ihn. und dann wieder 
mich. absender unbekannt.  
 
ich frage den lehrer was ich machen soll. scheinwelt sagt er nur  
nichts ist wirklich. 
 
sehe ich aus dem fenster ist der himmel tiefblau umwölkt irgendwo da draußen gibt es sicherlich meine 
liebe
nur sehen werde ich ihn niemals. 
 
der welpe quitscht ..er träumt..  
und ich… 
 
 
 
 
schreibe……..

du  
 
 
es gibt dich 
 
ich glaube an dich wie an gott 
ihn kann ich auch nicht fassen ..© Chr.v.M .


Montag, 20. September 2021

Schwarzer Schnee

 


2 Tage SPÄTER...

ein guter Tag..


Er heißt keule, ist schlaksig seine springerstiefel knallen,  
dabei wippen die bunten schnürsenkel mal nach links, dann nach rechts bis er steht und sie nach vorne kippen.  
Die stahlblaue bomberjacke unterstreicht seine augenfarbe
und er weiß es.
 
er trägt fast glatze auf dem hinterkopf ein täto , drei zahlen. ich bekam nie heraus was sie bedeuten.
er grinst “ alles klaro “ dabei tänzelt er hüfteschwingend durch den flur , sucht halt an dem oberen haken der garderobe . ich ahne was nun kommt und sehe nach den 2 bullis die im gang sich kratzen und schnüffelnd nach etwas essbaren suchen. dabei kommen sie mir gefährlich nahe.  

keule ist schwul , seine bewegungen sind weich affektiert überzogen spitz  
abends arbeitet er als tänzer.  

er tut was. seine hunde auch. 

sie gähnen direkt vor meiner rechten wade.
 
“ doll nich ? “ ich weiß nicht was er meint da ich ihm nicht zu sah bei seinem versuchten strip.  
..ja sage ich..das auch und weise auf die hunde.
 
er sieht an mir runter “ du wirst immer dünner , die mögen keine  
hungerschlakse.  
“ na klasse. “ ich wage einen schritt richtung ausgang , da fangen sie an ihre zähne zu zeigen und zu
knurren.  

endlich reagiert er. ein scharfes – aus – und sie fallen zusammen wie schoßhunde, nur etwas größer.  
dann klatscht er mir auf den po und greift mich fest an den händen.  
hab dir was mitgebracht – da kuckste .
 
Er reißt die schwere haustüre auf , der eisige wind donnert mir ins gesicht und draußen wartet
frierend blümchen mit einem hundewelpen unter dem arm.  
“ Mensch komm rinn ..“ sagt er zu ihr . sie sieht mich groß an “ der ist für dich und drückt mir im
vorbeilaufen den welpen in den arm.  

“ da kuckste “ höre ich noch von keule – von der da –  
und zeigt auf seinen hund der immer noch bewegungslos im gang sitzt.
 
“ ihr braucht einen wachhund hier “ sagt blümchen schon im speisezimmer “ und zieht sich das
baguett richtung hungermagen.
 
Der oder die kleine auf meinem arm hat unter sich gelassen. ich merke wie es warm wird.  
wenn ich nun die zwei dort am tisch sehe , wie sie frühstücken und sich freundlich in ihrer sprache
unterhalten ,  

mir ab und zu ein lächeln zusenden dann weiß ich ganz tief in mir – das es ein guter tag wird.
 
was martha zu dem neuzugang sagt ? das hundekind leckt mir über die hand .  
ich freue mich so über den- fast schon – wachhund. © Chr.v.M  

© Chr.v.M  


 

Schwarzer Schnee

 


manchmal fällt der Himmel auf die Erde 

 
 
das er den nikolaus spielt. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
 
Die dorfgemeinschaft hatte gesammelt in den grauen tagen  
als die vögel uns verließen und weiterzogen . Und nun stand er dort B.  zwischen den anderen –
arm  wie sie - 
und teilte aus.  
 
Schuhe fast wie nie getragen in größe 43 für den anthony und eine tüte nüsse groß und goldbraun
und dieser  sah sich um und drückte der alten erna die knittertüte in die hand.
"schau ich kann sie garnicht essen aber du. hast doch noch deine beißerchen.“
 und sie bot ihm die 3 bananen dafür. “ lass frau “ mehr sagte er nicht und setzte sich wieder , kickte seine sandalen weg und schlupfte in die neuen schuhe. „solche latschen hatte ich früher , echtes leder –
und wie sie passen “ was waren das für zeiten und nun.. “ 
 


 
Pit erhielt den warmen schal der früher mal der bäckerin unten im dorf gehört hat und und erna die handschuhe von wem sie auch immer waren, sie gefielen ihr und sie zupfte an den fingerspitzen .
ich sah  ihre strahlenden augen. manchmal sind es wirklich nur kleinigkeiten um menschen glücklich zu sehen.
der lehrer schob mir eine kiste zu “ für euch “ und sein bart verrutschte.

 “ Hier..bitte schön“ 

 
Tischdecken und gardinen packten wir aus und untendrinn neues besteck.
schwester martha sah mich an. “ Weißt du diese farben schau …   wie himmel so hellblau und erde ..

welch glück , manchmal fällt es uns ins haus. “
 
“ ja “ sagte ich . der zeigefinger deutete zum himmel und der daumen nach unten – ja…..
 
© Chr.v.M 
 
 

Sonntag, 19. September 2021

Schwarzer Schnee

 

Spiel nicht mit den schmuddelkindern. 

 

 


 


Ihre lippen bewegen sich bockig. Sie pfeift die erste strophe. Ich sehe es durch das vereiste fenster, 
innen hängen weihnachtssterne gebacken mit zuckerguß oder schokolade. Das haben wir vor 2 wochen 
gemacht. damit es weihnachtlich aussieht. Sie dreht mir den rücken zu und redet . Ich stehe immer noch  draußen. Die kälte ist klirrend. In weiter ferne läuten die kirchenglocken. Wir liegen abseits von weit.
 
nenne es : –  weit vom schuß. 
 
Armut ist unschön. Die menschen schauen lieber weg. Doch hat es was gutes so alleine hier.
Es finden mehr bedürftige menschen den weg zu martha und zu mir.
 Ich nenne sie hier so. Sie heißt natürlich anderst.  

Sie redet nicht mehr . als ich an das fenster klopfe  
erscheint ihr rundes gesicht . Sie strahlt durch ihre falten und winkt. Ihre lippen formen ich komme. 

Martha ist eine seele von mensch. Ihre gestalt verdunkelt die türe. 
“ christin endlich , komm rein “ goldenes licht hier und bewegung an den tischen. sie stehen alle auf. 
 
Das ist hier so üblich. ich sehe bekannte und unbekannte “ ein hallo dir schwester und guten  abend “  dann rascheln die papiertischdecken und die stuhlbeine quitschen 
ein scharren auf dem gewachsten  holzboden und stühle rücken.  

Im offenen kamin brennt hell das feuer. Ich wohne hier 2 etagen höher in einer kleinen kammer. Martha nimmt mir den umhang ab und stopft mein haar unter die haube . Sie quellen immer rotlockig frech heraus . “ hast du appetit christin , du solltest etwas essen ? 

Ich habe keinen hunger ich denke an blümchen. sie ist nicht gekommen.  Auch den lehrer sehe ich hier nicht. Heute bin ich sehr müde. ich sage ihr das – ein wenig schuldbewußt . 

Wir wollten noch singen. Meine stimme singt – nur sprechen kann ich nicht .
 Sie streicht mir die träne  aus dem gesicht.  
 
christin sie werden noch kommen 
leg dich ein wenig hin, hörst du ? 

Ich nicke.    – „ein wenig – ja “ . Ich habe eigentlich noch so viel zu tun.     
Heute ist nikolaus. 
 
heute ist.. eigentlich   © Chr.v.M .
 
 

 

 
 
 
 

Karten - Küsse

 



Samstag, 18. September 2021

Unterwegs

 Unterwegs

 


 

über den fabrikschloten
rauchzöpfe
himmelwärts aufsteigend.

sichtlos milchgelbe fensteraugen
dahinter das stampfen
blindwütig von motoren

aufgesprühtes zwischen graffitiparolen
arbeit macht glücklich,
ewig wunschzerfetzt.

auch mauerabwärts
blüht schwarz das moos
verschwitzt noch in den ritzen

unbeirrbar in meinem tagesstaunen.

© Chr.v.M.

 

++++++


 


 heute gestern morgen...


nichts besseres zu tun als nachts
kostenlos an der brücke zu lauern
um die hämmernden töne
der abgefahrenen mucke zu lauschen
danach seelenstaunen
wenn der rhythmus die gischt aufschäumt.

zwischen den klaffenden mäulern
der verrosteten kähne
ein kontinuierliches brechen
melodienempfindungen ertrinken
und alles wie immer gut ausgeleuchtet
selbst das geknutsche

ist gleich geblieben.© Chr.v.M.